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Der Regenwald

15 09 08 - 01:44 Stirbt der Wald, stirbt der Mensch - das sagt sich leicht daher. Stimmt es auch? Ist das eine reale Bedrohung für uns?...
... Ich möchte es mal genauer betrachten. Ihr vielleicht auch...

"Regenwald" ist ein Wort, welches aus den Worten "Regen" und "Wald" zusammengesetzt ist. Auch im Englischen. Regen ist nichts weiter als ein hoher Grad an Luftfeuchtigkeit. Viele Wasserteilchen verbinden sich und sind dann so schwer, dass sie aus den Wolken fallen. Durch Regen kommt also das verdunstete Wasser zurück auf die Erde.

Ein Wald besteht aus vielen Bäumen. Ab wann ein Wald ein Wald ist, ist nicht festgelegt. Regenwälder sind aber meist sehr groß, da es sich um ein Ökosystem handelt. Ökosysteme sind meist groß, da kleine Systeme anfällig gegenüber Störungen sind und die Regenwälder gibt es schon sehr lange.

Zum Erscheinungsbild steht auf Wikipedia.de ein passender Absatz:

"Charakteristisch für das äußere Erscheinungsbild des immergrünen tropischen Regenwalds ist der so genannte Stockwerkbau, der sich vom Wurzelwerk über die bodennahe Krautschicht und die bis zu fünf Meter hohe Etage des Buschwerks bis hinauf zum dichten Hauptkronendach in 40 Meter Höhe und einzelnen, weit darüber hinaus ragenden Baumriesen erstreckt. Neben den Korallenriffen weisen die tropischen Regenwälder die höchste Artendichte sowohl hinsichtlich der Fauna als auch der Flora auf."

In einem Regenwald ist also viel Feuchtigkeit vorhanden. Die Sonne heizt den Wald auf und das Wasser verdunstet und es entstehen Wolken. Diese Wolken verhindern eine weitere Erhitzung des Waldes. Irgendwann regnen sich die Wolken ab und der Kreislauf beginnt von vorn.

Der Regenwald verhindert wegen seiner Größe also die Erderwärmung.

Bäume nehmen CO2 auf. Der Regenwald ist damit also ein großer CO2-Speicher. Wenn der Wald abgeholzt oder verbrannt wird, wird das CO2 freigesetzt.

CO2 beeinflusst ja anscheinend den Treibhauseffekt, also wird es wärmer wenn der Wald weg ist.

500 Mio. Tonnen CO2 gehen wegen dem Abholzen des Waldes jährlich in die Atmosphäre.

36,3 Gt CO2 pusten die Menschen pro Jahr in die Luft, 550 Gt CO2 pustet die Natur selbst pro Jahr in die Luft.

6,6% CO2 stammen also aus Menschenhand und 0,091% CO2 des jährlichen Ausstoßes von CO2 werden der Regenwaldabholzung zugeschrieben.

Klingt wenig, oder? in den letzten Jahrzenten hat allerdings der CO2-Gehalt der Atmospäre um ein Drittel zugelegt. CO2 an sich ist nicht schlecht, es ist sogar nötig zum Wachstum, aber in größerer Menge ist es giftig und in der Atmosphäre sorgt es für Erwärmung. Der Mensch ist bestimmt nicht allein der Verursacher, die Sonne befindet sich auch in einem Aktivitätshoch, aber er ist in der Lage, die Situation zu verbessern und hat mit seiner Industrialisierung in das natürliche Gleichgewicht eingegriffen!

Was könnte passieren? Nehmen wir an, der Regenwald ist weg:

- Es ist wärmer, da keine Wolken die Erde vor Sonnenstrahlen schützen
- Es ist mehr CO2 in der Atmosphäre, da kein Wald es mehr speichert, dadurch wird die Erde nochmals wärmer
- Am Äquator bilden sich Wüsten, welche nur wenigen Erdenbewohnern ein geeignetes Zuhause bieten
- Viel CO2 in der Luft sorgt für ein sinken des PH-Werts des Meeres
- Ein saures Meer erschwert es Kleinstlebewesen zu überleben
- Kleinstlebewesen bilden ein Ende der Nahrungskette, ihr Aussterben zieht das Leiden der anderen Tierarten nach sich
- Also eine Gefahr für das Gleichgewicht im Meer
- Die Meeresspiegel steigen wegen dem Eis auf den Polen und der Ausdehnung von Wasser bei hohen Temperaturen. In den letzten 100 Jahren schon 20cm.
- Dadurch sind Küstengebiete gefährdet und es kostet Landfläche, die dann nicht mehr bewohnbar ist

Insgesamt also eine Situation, die nicht wünschenswert ist!

Wie weit sind wir davon noch weg?

- Vor 8000 Jahren war fast doppelt so viel Regenwald vorhanden wie heute
- In den letzten 28 Jahren sind 3.660.000 km³ abgeholzt worden
- 37.000.000 km³ sind noch da. Bei heutiger Abholzungsrate noch ca 300 Jahre
- Was der Mensch also in 8000 Jahren geschafft hat, schafft er heute in 300 Jahren...
- 'Point of no return' ist ca. 2030, also in 12 Jahren, aber eher weniger!

Was kann ein einzelner dagegen tun?

- Keine seltenen Hölzer kaufen
- Auf Papier-Sparen achten, denn Papier ist eines der Hauptgüter aus Holz!
- Weniger Fleisch essen, denn der Wald wird für das Vieh und für das Futter des Viehs genutzt!
- Keine Bio-Treibstoffe tanken, denn diese werden auch auf Feldern ehemaliger Regenwälder gewonnen
- Kein Gold kaufen, denn dafür werden auch Wälder gerodet, um graben zu können
- Freunden und Bekannten dasselbe raten

Als Fazit kann man sagen, dass das Waldsterben für viele Menschen den Tod bedeutet, aber die Menschheit wird wohl nicht aussterben. Der 'Mensch ohne Wald' wird definitiv anders leben als wir heute und bestimmt nicht besser...

update:
Hier noch ein paar interessante Links:
faszination-regenwald.de
Weblog Karl Weiss gesetzte Tags: , , ,

zwei Kommentare

Tja, auch wieder einer dieser Brennpunkte, der uns Menschen eines Tages Kopf und Kragen kosten könnte.
In den Medien sollte ein wandel stattfinden: Berichterstattung SCHWERPUNKTMÄßIG über solche Themen wie z.B. Regenwald, Atomwaffen,... . Nachbars Probleme sind zwar auch ganz interessant, können uns oder unsere Kinder letztendlich aber nicht das Leben oder die Gesundheit kosten.
Die Medien aber richten sich nach den Menschen, und die hören ungern von ihren eigenen Untaten bzw. lassen sich ungern einschränken. Wenn es das Nachtschränckchen aus Zedernholz sein muss, dann muss es das sein. “Man lebt ja nur einmal.”
An solchen Einstellungen gehen wir zu Grunde.
Zum Schluss noch ein Tipp für die, denen doch nicht alles sch…egal ist: Man kann auch Papier kaufen, das keinerlei Holzanteile enthält.
Zum Verfasser: Alle Achtung: Ein ausgelutschtes Thema auf witzige, spannenden und gut recherchierte Weise darbieten und den Leser dafür zu interessieren ohne die Moralkeule zu schwingen, das kann nicht jeder! Dickes Lob!
Melanie - 15 09 08 - 13:55

Ausserdem kann man Recycling-Papier verwenden.
[Spunkmeyer] (URL) - 16 09 08 - 22:13


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